Autor: antigone

das gefängnis, in dem wir eingeschlafen waren

Dorothee Sölle, Mystik und Widerstand:
Das Gefängnis in dem wir eingschlafen sind

Warum, wenn Gottes Welt doch so groß ist, bist du ausgerechnet in einem Gefängnis eingeschlafen?
Rumi

Eine der spirituellen Schwierigkeiten in unserer Lage ist der innere Zusammenhang von Globalisierung und Individualisierung. Je globaler die Weltwirtschaft sich organisiert, je desinteressierter sie sich allen sozialen und ökologischen Eingebundenheiten gegenüber gibt, desto mehr benötigt sie als Ansprechspartner das Individuum ohne jede Beziehung, den homo oeconomicus, jenes geschäfts- und genussfähiges Einzelwesen, das – von Gott ganz zu schweigen – auch an den Tretminen, die sein Autohersteller produziert, oder am Wasser, das seine Enkelkinder benutzen werden, kein Interesse zeigt.
Während der alte nationale Staat als die Instanz des Rechtes und des Schutzes der Schwächeren „verschlankt“, abgebaut und entmachtet wird, wird das Individuum als das grenzenlos konsum- und verbrauchsfähige Lebewesen aufgebaut. Kaufen, Auswählen, Präsentieren und Genießen haben indessen längst ihre eigenen Formen religiöser Inszenierung, des „Kultmarketing“ gefunden. Die Religion des Konsumismus braucht die älteren und schwächeren Gestalten des Opiums des Volkes nicht mehr. Es gibt überall bessere Opiate zu kaufen.
Innerhalb dieser Großmaschine wohnend, empfinde ich das das Neue Testament und viele andere Stücke religiöser Menschheitstradition nicht als mythologisch verschlüsselt, sondern geradezu aufklärend und erhellend. Das Neue Testament beschreibt die normale Befindlichkeit des Menschen unter dem römischen Imperium als ein Im-Tode-Sein. „Wir wissen, dass wir aus dem Tod ins Leben gekommen sind“, heißt es im ersten Johannesbrief (1 Joh 3,14). Tod wird hier die Normalität der Unterwerfung unter die alles beherrschende Gewalt genannt. Entfremdung, Sünde und Sucht sind die verschiedenen Namen des sich als Leben verkleideten spirituellen Todes, von dem wir „umfangen“ sind. Im gleichen Sinne spricht Paulus davon, dass wie „Feinde Gottes“ waren. (Röm 5,10) Auch dieser Ausdruck enthält nichts, was wir als mythologische Projektion zurückweisen müssten.
Die religiöse Tradition hilft vielmehr, unsere Rolle an der Spitze der Weltgemeinschaft richtig zu benennen: Wir sind Feinde der Erde, Feinde von mehr als zwei Dritteln aller Menschen. Feind dem Himmel über uns und Feindin auch uns selber. Hildegard von Bingen spricht über den „Gestank“ des Todes, der über unseren Erde liege. Wer sich ihm subjektiv entziehen zu können glaubt, hat sich mit der Großmaschine arrangiert. Er oder Sie benutzt sie bewusstlos, profitiert von ihren „guten Seiten“ und erfährt dabei den gestreckten Tod, der die Maschine für die Seele eingeplant hat.
Dieses Zusammenspiel von Weltherrschaft der Konzerne in der Globalisierung und einer neuartig inszenierten Individualisierung ohne Rest, ohne Bindung an die Geschwistergeschöpfe, erscheint hoffnungslos, ein Weiterrasen auf den apokalyptischen Ursprung hin, und wird von vielen Nachdenklichen als unaufhaltsames Fatum hingenommen. Können wir denn noch so leben, „wie man in einer befreiten Welt glaubt, eben zu sollen“? Das hieße doch zu insistieren auf einer anderen Vision vom gemeinsamen Leben, aus der das Widerstehen sich speist.
Sind solche Visionen nicht längst aufgekauft und zu einer unschädlichen Privatangelegenheit gemacht? Gibt es überhaupt noch Formen des Widerstandes, lohnt es sich noch zu protestieren oder den zivilen Ungehorsam in neuen Formen einzuüben und zu praktizieren? Und ist es nicht gerade die Spiritualität und Mystik, an der der Widerstand wachsen könnte, längst Teil des Marktes geworden, vor dem sie zu schützen versprach? Ich kämpfe mit meiner eigenen Weltangst und dem Gefühl dass die Religion in einen geistlosen Materialismus hinein stirbt. Es ist kein Zufall, dass ich Hilfe suche gerade bei denen, die „die dunkle Nacht“ der Geschichte und der Gottesfinsternis kannten.
Wenn wir nun „die Herren der Welt“ anstarren und die Masse der unschädlich gemachten Einzelnen, dann sehen wir noch nicht mit den Augen des anderen Blicks. Die Weltangst umfängt uns dann und sperrt uns in das besteingerichtete Gefängnis, das es je gab. Das Neue Testament bietet eine andere Perspektive. Sein soziologisches Modell sind weder die Massen noch die einzelne Seele, sondern die Gruppen, die sich gemeinsam auf einen neuen Weg machen. Innerhalb der Geschichte christlicher Mystik beriefen sich die aufrührerisch-mystischen Bewegungen immer wieder auf die Urgemeinde und ihre Lage im antiken Imperium. Sie sprachen damit eine Zeit an, in der nicht eine geordnete patriarchale Hiererachie entschied, was Gottes und was des Kaisers sei, sondern die Gruppen selber sich auf Gottes Recht gegen das des Kaiser beriefen. Ihr Verständnis von Religion war nicht das – in Rom wie in Washington als harmlose geltende – Praktizieren religiöser Rituale. Die liberale neuzeitliche Vorstellung, dass Religion Privatssache sei, ist ahnungslos gegenüber der mystischen Glut, die andere Verwirklichung, andere Lebensrealität immer gebraucht und gesucht hat.
Die Urgemeinde verweigerte sich in bestimmeten gesellschaftlichen Angeboten und Zwängen des Imperiums. Sie vermied den Besuch von Theatern, öffentlichen Bädern oder Zirkusvorführungen. Christen versuchten das – wegen Abschreckung erwünschte – Zuschauen bei der öffentlichen Vollstreckung von Todesurteilen zu vermeiden. Alle Veranstaltungen, die mit Militär, Eidesleistungen oder Weihrauch für den Kaiser verbunden waren, hielten sie für „Teufelszeug“. So vermieden sie das, was in der römischen Kultur als circenses galt, unterhaltsame Spiele zur Ablenkung der Massen von den realen Problemen. Abstinenz, Distanz, Dissidenz, Widerspruch und Widerstand gingen in ihrer Minderheitskultur ineinander über. Genau an diesen Formen des Nein zur herrschenden Kultur orientierten sich auch die späteren Dissidenten. Ernst Troeltsch hat sie in eine Gegensatz zum Typus „Kirche“ oder dem Typus „Sekte“ gebracht. In seinem Verständnis der sozialreformerischen Gruppen ging es um eine soziaologische Einbettung der Mystik; er sah in diesem dritten möglichen Typus der „Gruppe“ den radikalreformerischen Protestantismus mit den mystischen Strömungen. (Vgl.McGinn, 1994, 389 f.)
Vorausgesetzt ist in diesem Denken, dass Mystik auch dort, wo sie sich extrem individualistisch gibt, der Gemeinschaft fähig macht. Sie muss und will heraus aus der Privatisierung der Freude, des Glücks, der Einsseins mit Gott. Der Tanz der Gottesliebe kann nicht allein getanzt werden. Er bringt Menschen zusammen. Die Gemeinschaftlichkeit Gottes, von der Ruysbroeck spricht, bringt die Menschen heraus aus der harmlos angesehenen „rein religiösen“ Betätigung. Das Verständnis von menschlicher Würde, von Freiheit, von Gottfähigkeit oder von den Funken lässt sich nicht auf einen religiösen Spezialraum einschränken, in dem es erlaubt ist, der Gottheit zu dienen oder sie zu genießen, nicht aber, die mit den achtzig Prozent der Überflüssigen zu teilen.
Die Hoffnungsträger im gegenwärtigen Szenario der „global Players“ auf der einen und der isoliert-amüsierten Individuen auf der anderen Seite sind Gruppen, die auf Freiwilligkeit, Kritikfähigkeit und eigene Initiative setzten. Diese Nichtregierungsorganisationen, zu denen ich auch die lebendigen Teile der chritlischen Kirchen rechne, sind politisch gesprochen die Trägerinnen von Widerstand. Spirituell gesprochen verkörpern sie ein anderes Subjekt als das im Gefängnis des Konsumismus eingeschlafene. Was trägt sie? Was hält sie wach? Warum geben sie nicht auf? Ich denke, es sind Elemente des Mystik, die sich nicht auslöschen lassen.
Gott ist das Nichts, dass alles werden will, sagt Jakob Böhme. Meine Angst sagt mir, dass sich dieses Nichts in der globalisierten Welt immer weniger wahrnehmen lässt, sein Glanz ist immer versteckter, das stille Geschrei wird immer mehr übertönt. Aber das Nichts, das alles werden will, produziert seine eigene Unbeirrbarkeit, seinen eigenen mystischen Trotz. Böhme denkt das Göttliche als eine Bewegung, etwas Fließendes, Wachsendes, Treibendes, als einen Prozess. Wenn wir den Prozess mitvollziehen, werden wir Teil der Gottesbewegung und verbunden mit allen anderen.
Wenn wir an der Bewegung des Nichts teilhaben, so bedeudet das, dass auch wir mit unserem Nichts leben, uns unserem Nichts stellen oder, wie die Mystik es immer wieder gesagt hat, „zu-nichte werden“. Ohne diese Entkleidung des Glaubens, der nackt und bloß wird, können wir nicht an diesem Prozess teilhaben. Ego, Besizt und Gewalt gehören in den Bereich widerständiger Entkleidung, wovon dieser dritte Teil des Buches handelt. Ichlos, besitzlos, gewaltlos zu werden, es sind die Namen des Nichts, das auch unter uns Alles werden will.
Vor unseren Augen entstehen widerständige Gruppen, oft winzig, manchmal ratlos, meist unorganisiert. Um diese neuen Hoffnungsträger auszumachen, zu verstehen und zu stärken, und sich vor der eignen Weltangst schützen, ist es gut, das Element des mystischen Trotzes in ihnen wahrzunehmen. Das vernetzte und sich verbindende Subjekt, das in den Widerstand hineinwächst, ist nicht zerstörbar. Es bleibt Mitglied, „member“ (vgl. 6.4), auch wenn das nicht immer weiß. Das Nichts, das alles werden will, bewegt sich auch bei uns und in uns.

Text: Dorothee Sölle, Mystik und Widerstand, Kreuzverlag 2014. S. 257f.

Bild: Mr.Fish

body breath mind

Zu den Atempraktiken allgemein.Es gilt, sich freundlich der eigenen Atmung annehmen. Die Verhältnisse bezüglich Einatmen-Anhalten-Ausatmen sind wichtiger als die absolute Länge. Im Sinne Moshé Feldankrais: Dass das Schwierige leicht und das Leichte spielerisch wird. Herzlich Patrizia

Wechselatmung

Die sechs Schritte einer Runde Wechselatmung

1 Atme durch das linke Nasenloch ein, indem du das rechte mit dem Daumen schließt. Bis vier zählen.

2 Atem anhalten, beide Nasenlöcher schließen. Bis sechzehn zählen.

3 Durch das rechte Nasenloch ausatmen, das linke mit Ringfinger und kleinem Finger geschlossen halten. Bis acht zählen.

4 Atmen Sie durch das rechte Nasenloch ein, indem du das linke geschlossen hältst. Bis vier zählen.

5 Atem anhalten, beide Nasenlöcher schließen. Bis sechzehn zählen.

6 Atme durch das linke Nasenloch aus, indem du das rechte mit Ihrem Daumen schließt. Bis acht zählen.

quelle: wiki.yoga-vidya

Kategorie:pck

das drama des patriarchal sozialisierten mannes

Eines der Dramen für patriachal sozialisierten Männer könnte dies sein:
Geboren aus einer Frau bin ich Mann.
Diese Kränkung kann und will ich Frauen nie verzeihen.
Ein anderes könnte lauten:
Geboren aus einer Frau bin ich Mann.
Ihr und der Erde stelle ich meine Kraft und Tun zur Verfügung.
Ersteres wäre die weisse Siedlermentalität,
die daran ist unser Habitat Erde für uns Humans unbewohnbar zu machen….
Letzteres, wäre im Sinne der Haudenosaunee,
die tausende von Jahren sich als Hüter der Schöpfung verstanden haben.

Bild: Mr.Fish

sacred land

oren lyons on sovereignty: who we are – lummi nation with tom sampson, jewell james, jay julius & jill macintyre witt

the two common laws
is respect
is to share what you have

respect for life
respect for everything
and above all
respect for yourself

oren lyons

freude

Dorothee Sölle, Mystik und Widerstand:

FREUDE

In den mittelalterlichen spirituellen Ratschlägen wurde immer wieder von einem nicht zu beschreibenden Zustand gewarnt für den es verschiedne Namen gab:
inertia (Trägheit), acedia (Unmut), nausea (Ekel), pigritas (Faulheit), tarditas (Stumpfheit).
Alle diese Wörter wiesen auf einen freudlosen, antimystischen Zustand hin: eine Untätigkeit, die mit Betrieb einhergehen kann, einem Lebensekel, der in der morbiden Kunst besteht, aus allem, was ist, nur den Verfall und die Zerstörung herauszulesen, eine Lebensfaulheit, in der wir zu träge sind, um den Glanz Gottes in der Schöpfung zu suchen oder ihn wieder herauszuputzen. Nicht schreien und nicht jubeln können, weder fluchen noch beten können wurde damals als Unglück und Verstörung angesehen, beide Äußerungen gehörten in vielen Kulturen, zum Beispiel auch der indianischen, zusammen.

In der postindustriellen Lebenswelt gibt es eine gegenstandslose Lebenstrauer, die an die im Mittelalter beklagte und bekämpfte Mattigkeit erinnert – nur dass die Stimmen der Selbstermunterung unter uns schwach sind. Jammern ist leichter als Loben; dazu gehört keine große Kunst. Man kann oft eine seufzende Genüsslichkeit feststellen und genüssliche Seufzer hören. So sicher es Lebenszeiten gibt, in denen wir so sehr geschlagen sind, dass keine Zunge mehr zum Loben da ist, so unerlässliche ist doch, dass wir zu allen anderen Zeiten für die Lebensfreude zuständig sind, und das bedeutet zugleich: für die Schönheit.

….

Franz von Asissi (1181/2-1226) hat neben der Liebe vielleicht keinen anderen Seelenzustand so duchlebt und verkörpert wie die Freude. Seinen Brüdern erklärte er:

„Das ist der große Triumph des Teufels, wenn er uns die Fröhlichkeit des Geistes rauben kann.
Er führt einen feinen Staub mit sich, den streut er in kleine Dosen durch die Ritzen des Gewissens,
um die reine Gesinnung und den Glanz der Seele zu trüben.
Die Freude aber, die das Herz des geistlichen Menschen erfüllt, macht jenes todbringende Gift der Schlange zunichte. Ist einer aber traurig und meint er, verlassen zu sein in seinem Kummer, so reibt ihn entweder die Traurigkeit auf, oder er überlässt sich leeren Zerstreuungen.
Wenn sich die Traurigkeit festsetzt, wächst das Übel. Wenn es sich nicht in Tränen löst, bleibt ein dauernder Schaden.“

Die Abwehr der Melancholie gehört in die Mitte der franziskanischen Spiritualität. Damit ist nicht die tiefe, wirkliche Trauer gemeint; vor ihr fürchtet sich Franziskus nicht, aber er flieht diese vom Teufelsstaub bedeckte Freudlosigkeit und Lebensunfähigkeit, die Trägheit der Sinne, die uns nichts sehen, nichts schmecken und nichts hören lässt, jene sanfte, alles überziehende Trauer, die nicht weint und nicht betet, weil sie uns fühllos macht. Von Franz wird erzählt, dass er wenn er nur einen Hauch von ihr in seinem Herzen spürte, seine Zuflucht zum Gebet nahm. Beten, singen, loben, tanzen – das waren seine Gegenmittel gegen die Trauer. Wenn ihn eine Krankheit quälte, fing er an, ein Lied zu singen zum Lobe Gottes in den Geschöpfen. Vor der stumpfen Unerreichbarkeit, die die freudlose Leere mit sich bringt, ist Franziskus geflohen: ins Gebet und – geheimnisvoll immer wieder – in die Tränen.

Dorothee Sölle, Mystik und Widerstand, Kreuzverlag 2014. S. 254-256.

Kategorie:pck

advise

Advice to My Anarchist Comrades

Dear Comrades,

It is our usual habit to exaggerate both our strengths and our weaknesses. During revolutionary periods, it seems that the least of our actions has incalculably great consequences. On the other hand, during times of stagnation, even though we have dedicated ourselves completely to the cause, our lives seem barren and useless. We may even feel swept away by the winds of reaction.

What then should we do to maintain our intellectual vigor, our moral energy, and our faith in the good fight?

You come to me hoping to draw on my long experiences of people and things. So as an old man I give you the following advice.

Do not quarrel or deal in personalities. Listen to opposing arguments after you have presented your own. Learn how to remain silent and reflect. Do not try to get the better in an argument at the expense of your own sincerity.

Study with discretion and perseverance. Great enthusiasm and dedication to the point of risking one’s life are not the only ways of serving a cause. It is easier to sacrifice one’s life than to make one’s whole life an education for others. The conscious revolutionary is not only a person of feeling, but also one of reason, for whom every effort to promote justice and solidarity rests on precise knowledge and on a comprehensive understanding of history, sociology, and biology. Such a person can incorporate his personal ideas into the larger context of the human sciences, and can brave the struggle, sustained by the immense power he gains through his broad knowledge.

Avoid specialization. Side neither with nations nor with parties. Be neither Russians, Poles nor Slavs. Rather, be men who hunger for truth, free from any thoughts of particular interests, and from speculative ideas concerning the Chinese, Africans or Europeans. The patriot always ends up hating the foreigner, and loses the sense of justice that once kindled his enthusiasm.

Away with all bosses, leaders, and those apostles of language who turn words into Sacred Scripture. Avoid idolatry and value the words even of your closest friend or the wisest professor only for the truth that you find in them. If, having listened, you have some doubts, turn inward toward your own mind and re-examine the matter before making a final judgement.

So you should reject every authority, but also commit yourself to a deep respect for all sincere convictions. Live your own life, but also allow others the complete freedom to live theirs.

If you throw yourself into the fray to sacrifice yourself defending the humiliated and downtrodden, that is a very good thing, my companions. Face death nobly. If you prefer to take on slow and patient work on behalf of a better future, that is an even better thing. Make it the goal of every instant of a generous life. But if you choose to remain poor among the poor, in complete solidarity with those who suffer, may your life shine forth as a beneficent light, a perfect example, a fruitful lesson for all!

Greetings, comrades.

Elisée Reclus.

Advice to My Anarchist Comrades Elisée Reclus

bon usage des arbres

Francis Hallé Du bon usage des arbres

Respect :
les arbres sont des êtres vivants, aussi vivants que vous ou moi.

Mieux :
ils sont nos protecteurs. Accordez-leur le respect auquel ils ont droit en tant qu’êtres vivants et ne les traitez jamais par le mépris, comme s’ils n’étaient que du mobilier urbain.

Anticipation :
avant de planifier un édifice ou un quartier neuf, faites appel à un urbaniste qui saura placer d’abord les espaces verts et les lignes d’arbres : le bâti viendra seulement par la suite.

Compétence :
sachez vous entourer des meilleures compétences pour le choix des essences, la plantation, les tailles de formation, l’élagage du bois mort et les diagnostics de sécurité.

Prévoyance :
prévoyez, pour chaque arbre planté, un volume suffisant pour sa couronne et ses racines lorsqu’il sera devenu adulte : cela rend les tailles inutiles. N’oubliez jamais qu’un arbre non taillé n’est pas dangereux.

Modestie :
ne plantez jamais de „gros sujets“ destinés à faire impression : c’est à la fois une perte de temps et un gaspillage financier. La „frime“ et les arbres ne vont pas ensemble.

Honnêteté :
ne croyez pas – et ne tentez pas de faire croire – que dix jeunes arbres vont remplacer un grand et vieil arbre abattu : c’est une contrevérité sociale, écologique et financière.

Non-violence :
ne taillez ni les branches ni les racines d’un arbre, sauf obligation absolue. Ce n’est pas esthétique et cela rend l’arbre dangereux.

Civisme :
soyez intraitables avec les comportements laxistes et inciviques vis-à-vis des arbres en ville : chocs, mutilations, etc. Ils supportent très mal toute forme d’agression.

Protection :
n’oubliez jamais qu’abattre les arbres le long des axes routiers n’est en aucun cas une réponse adaptée aux problèmes de la sécurité routière.

Gratitude :
aimer les arbres, c’est une autre façon d’aimer l’homme. Aimez vos arbres et vous aurez la satisfaction de constater que vos concitoyens vous en témoigneront de la gratitude.

Francis Hallé

#baumzeit